Gleisplanung

Der Gleisplan ist das Fundament jeder Modellbahnanlage. Bevor das erste Gleis liegt, braucht man eine Idee: Was soll die Anlage können? Wie viel Platz steht zur Verfügung? Welche Spurweite? Und vor allem: Was macht Spaß?

Die Grundfragen

Wie viel Platz?

Das ist meistens die härteste Einschränkung. Typische Szenarien:

Platz Möglichkeiten
Schreibtisch (60 × 40 cm) Kleinstanlage, Diorama mit Rangierbetrieb
Regalanlage (120 × 30 cm) Punkt-zu-Punkt, kleiner Bahnhof
Tischanlage (150 × 80 cm) Ovalkurs mit Ausweichstelle oder kleinem Bahnhof
Große Platte (200 × 100 cm+) Richtige Streckenführung, Schattenbahnhof

In Spur N (1:160) passt auf 150 × 80 cm eine erstaunlich vielseitige Anlage. In Spur Z (1:220) reicht schon ein Aktenkoffer.

Kreis oder Punkt-zu-Punkt?

Mindestradien

Der Mindestradius bestimmt, welche Fahrzeuge zuverlässig fahren. Zu eng = Entgleisungen, hässliche Optik. Zu großzügig = verschwendeter Platz.

Spurweite Mindestradius (betriebssicher) Empfohlen (optisch gut)
Spur N (1:160, 9 mm) R1 = 195 mm (Minitrix) ≥ 280 mm (R3+)
Spur Z (1:220, 6.5 mm) 145 mm (Märklin) ≥ 195 mm
T-Gauge (1:450, 3 mm) ~60 mm ~100 mm

Kurze Loks und Zweiachser schaffen auch engere Radien. Lange D-Zug-Wagen brauchen mehr.

Steigungen

In kleinen Spurweiten ist die Zugkraft begrenzt. Steigungen kosten Kraft:

Bei einer Brücke über 2 Gleise braucht man in Spur N ca. 5 cm Höhenunterschied (Gleisabstand + lichte Höhe). Bei 2.5% Steigung sind das 2 Meter Rampenlänge. Das muss in den Gleisplan passen.

Gleisplanung mit Software

Von Hand zeichnen geht, aber Software macht es einfacher — besonders wenn man verschiedene Varianten ausprobieren will.

Software Plattform Preis Stärken
SCARM Windows (Wine auf Mac) Kostenlos Einfach, viele Gleissysteme, 3D-Vorschau
AnyRail Windows ~60 € Umfangreich, guter Support
XTrackCAD Windows/Mac/Linux Kostenlos (Open Source) Mächtig, Lernkurve
RailModeller Pro Mac ~30 € Native Mac-App, einfach

Für den Einstieg: SCARM — kostenlos, intuitiv, hat alle gängigen Gleissysteme (Minitrix, Fleischmann Piccolo, Kato Unitrack, Peco, Märklin Mini-Club) hinterlegt.

Gleissysteme in Spur N

System Hersteller Schienenprofil Schwellenabstand Besonderheit
Minitrix Trix/Märklin Code 80 Realistisch Klassiker, große Auswahl
Fleischmann Piccolo Fleischmann Code 80 Realistisch Kompaktes Bettungsgleis
Kato Unitrack Kato Code 80 Bettungsgleis, einfach zu verlegen, sauber
Peco Code 55 Peco Code 55 Realistisch Niedrigstes Profil, optisch am besten
Peco Code 80 Peco Code 80 Realistisch Flexgleis, universell

Tipp: Kato Unitrack für den schnellen, sauberen Aufbau (Bettungsgleis, steckt zusammen). Peco Code 55 für die beste Optik (niedrigeres Schienenprofil, sieht vorbildnäher aus).

Faustregeln für gute Gleispläne

  1. Weniger ist mehr — Lieber ein einfacher, gut durchdachter Plan als ein vollgestopftes Gleisgewirr. Züge brauchen Strecke zum Fahren.
  2. Mindestradius nicht ausreizen — Wenn R2 (228 mm) reicht, nimm R3 (280 mm). Die Züge danken es mit weniger Entgleisungen und besserem Aussehen.
  3. Verdeckte Gleise einplanen — Ein Schattenbahnhof oder eine verdeckte Ausweiche vervielfacht die Zugzahl ohne sichtbaren Platz zu kosten.
  4. Sichtbare Strecke lang machen — Der Zug soll fahren, nicht sofort wieder verschwinden. Lieber einen großen Bogen als zwei kleine.
  5. Rangiermöglichkeiten einbauen — Ein Ladegleis, eine Anschlussstelle, ein kurzer Abstellbereich. Das gibt Betriebsspaß über den Endlosbetrieb hinaus.
  6. Steigungen in der Planung prüfen — Nicht erst beim Bau merken dass die Rampe zu steil ist.

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Erstellt: 17.04.2026